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Schlepper Titan

Geschichte 1910 bis 2002

Um das Jahr 1900 war die Deutsche Dampfschiffergesellschaft Hansa (DDG Hansa) im Besitz der grössten Frachterflotte der Welt. Sitz des Unternehmens war Bremen, der Haupthafen für Europa war aber Hamburg.

Für diesen Hafen wurden ab 1904 vier Schuten mit jeweils 200 Tonnen Tragfähigkeit angeschafft. Zum Verholen dieser ließ man 1910 bei der Firma Wichhorst in Hamburg einen Dampfschlepper bauen. Der Schlepper, der die Baunummer 236 erhielt, wurde mit einer Zweifachexpansions-Dampfmaschine ausgerüstet. Diese leistete rund 60PS (44kW). Der neue Schlepper wurde auf den Namen „DDG Hansa II“ getauft. Der Neubau war der erste echte Hafenschlepper der DDG Hansa und wurde in das Seeschiffsregister in Bremen eingetragen (Nummer 2165 / Unterscheidungssignal QLBJ).

Am 12.11.1936 wurde der Schlepper an die Firma Louis Köster in Altona verkauft. Diese ließ den Schlepper in das Binnenschiffsregister eintragen (Nummer 16544 / Unterscheidungsmerkmal DOMR). Noch im selben Jahr wurde der Schlepper bei der Firma Albert Bonné in Wilhelmsburg modernisiert. Das Schiff erhielt einen 3-Zylinder-Dieselmotor. Die Maschine der Firma Starke-Hoffmann leistete rund 75PS (55kW) bei 500 Umdrehungen pro Minute. Aus dem Dampfschlepper DDG Hansa II wurde somit ein Motorschlepper, der unter seinem neuen Namen „Titan“ im Jahre 1937 für 22.600 Reichsmark an das Reichswasserstraßenamt Kiel verkauft wurde. Ihren neuen Einsatzbereich erhielt die Titan beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Lübeck.

Im Jahre 1942 wurde der Schlepper wegen eines Maschinenschadens außer Dienst gestellt und nach dem Kriege wieder reaktiviert.

Bis 1982 tat die Titan seinen Dienst in Lübeck. Das Wasser- und Schifffahrtsamt setzte sie unter anderem als Eisbrecher und zum Feuerlöschen ein. Ohne Maschine wurde die Titan dann an die Firma Hennings verkauft, die den Schlepper mit einer 8 Zylinder Dieselmaschine ausrüstete. Der Turbodiesel der Firma Deutz (Klöckner-Humboldt-Deutz AG) leistet 230PS (169kW) bei 1350 Umdrehungen pro Minute und treibt auch heute noch die Titan an.

Ab ca. 1986 wurde der Schlepper außer Dienst gestellt und lag an Land. 1988 erwarb der Verein Museumshafen zu Lübeck e.V. das Schiff und ließ es 1989 bei der Flender Werft in Lübeck grundlegend sanieren.

 

 

Über die Bauwerft des Schiffes ist bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia ein interessanter Artikel zu finden. Über diesen Link gelangen Sie direkt zu den Artikel.

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Für dieses Bild danke wir der ehemaligen Crew des Schleppers Titan!

© www.schlepper-titan.de

22005 - 2011 - Nov2011